Vor drei Monaten stand ich in meiner Küche und habe den Inhalt meines Kühlschranks aussortiert. Vier angebrochene Flaschen Sojasoße, drei verschiedene Senfsorten, zwei halbe Tuben Tomatenmark. Alles abgelaufen oder vertrocknet. Zusammen mit den Lebensmitteln, die ich jede Woche wegwerfe, kam ich auf knapp 60 Euro pro Monat. Das ist nicht wenig. Also habe ich angefangen, meine Haushaltsroutine umzukrempeln. Statt teurer Spezialprodukte und Wegwerfmentalität setze ich jetzt auf einfache Methoden, die wirklich funktionieren. Der größte Fund war dabei eine Seite, die ich zufällig gefunden habe: 1000haushaltstipps.com. Dort stehen Dinge, die mir meine Oma nie beigebracht hat, die aber jeden Cent wert sind.
Ich habe genau Buch geführt. Im ersten Monat habe ich 47 Euro gespart. Klingt nicht nach einer riesigen Summe. Aber auf ein Jahr gerechnet sind das 564 Euro. Dafür kann man einen Kurzurlaub machen oder sich einen neuen Kühlschrank kaufen. Die größten Einsparungen kamen aus drei Bereichen: Lebensmittel haltbar machen, Reinigungsmittel selber mischen und Geräte länger nutzen. Alles Techniken, die ich vorher für zu aufwendig hielt.
Lebensmittel retten statt wegwerfen
Der größte Posten war immer Obst und Gemüse. Ich kaufe gerne auf dem Wochenmarkt große Mengen, weil es billiger ist. Aber dann lag die Hälfte nach vier Tagen schlapp in der Schale. Der Trick: Einmal pro Woche setze ich mich eine Stunde hin und mache alles haltbar. Gurken in Essigwasser einlegen, Karotten in feuchten Tüchern lagern, Kräuter einfrieren in Eiswürfelbehältern mit Olivenöl. Das kostet Zeit, aber ich habe im ersten Monat 18 Euro weniger für frische Ware ausgegeben. Weil nichts mehr verdorben ist. Bananen, die zu braun werden, kommen in den Gefrierschrank für Smoothies oder Bananenbrot. Sellerieblätter werden getrocknet und später als Suppengewürz verwendet. Kein Teil landet mehr im Müll, solange er noch essbar ist.
Ein Beispiel: Ein Bund Lauchzwiebeln kostet 1,20 Euro. Früher habe ich das Grün weggeschmissen und nur das Weiße verwendet. Heute hacke ich alles klein und friere es ein. Das sind pro Bund etwa 30 Cent mehr Nutzen. Auf das Jahr hochgerechnet spare ich allein damit rund 15 Euro. Das sind keine riesigen Beträge, aber sie summieren sich. Und es fühlt sich gut an, nichts zu verschwenden.
Putzen ohne Chemie und ohne viel Geld
Reinigungsmittel sind ein Geschäft, das auf unserer Bequemlichkeit aufbaut. Ein Allzweckreiniger kostet 2,50 Euro, ein Badreiniger 3 Euro, Glasreiniger 2 Euro. Im Monat gebe ich locker 10 Euro für sowas aus. Aber die Flaschen bestehen zu 90 Prozent aus Wasser. Selber mischen ist lächerlich einfach. Essigessenz, Natron, Kernseife und Zitronensäure reichen für fast alles. Ein Liter selbstgemachter Allzweckreiniger kostet mich 30 Cent. Und er funktioniert genauso gut wie der gekaufte. Ich habe im ersten Monat 7 Euro gespart, weil ich die alten Flaschen nicht nachgekauft habe. Dazu kommt, dass ich weniger Plastikmüll produziere. Die Flaschen, die ich schon habe, fülle ich einfach immer wieder auf.
Ein konkretes Beispiel: Meine Küchenarbeitsplatte aus Granit bekam nach jedem Kochen Kalkflecken und Schlieren. Früher habe ich teuren Spezialreiniger gekauft. Jetzt nehme ich einen Schuss Spiritus auf einen Liter Wasser, gemischt mit einem Teelöffel Spülmittel. Kostet fast nichts, hinterlässt keine Streifen und desinfiziert gleichzeitig. Ich habe meine Putzzeit sogar verkürzt, weil ich nicht mehr zwischen verschiedenen Mitteln wechseln muss.
Geräte länger nutzen durch bessere Pflege
Küchengeräte sind teuer. Ein Wasserkocher hält bei guter Pflege zehn Jahre, sonst vielleicht drei. Ich habe gelernt, wie man Entkalken richtig macht. Nicht mit diesen teuren Pulvern aus dem Supermarkt, sondern mit Zitronensäure. Ein Kilo Zitronensäurepulver kostet 5 Euro und reicht für etwa 100 Anwendungen. Pro Anwendung sind das 5 Cent. Die gekauften Entkalker kosten das Zehnfache. Mein Wasserkocher heizt jetzt schneller, weil keine Kalkschicht isoliert. Das spart Strom. Ich habe den Verbrauch gemessen: Vor dem Entkalken brauchte er 2 Minuten für einen Liter, danach nur noch 1 Minute 20 Sekunden. Bei täglicher Nutzung spare ich im Jahr etwa 12 Euro Strom, nur weil ich regelmäßig entkalke. Dazu kommt, dass ich das Gerät nicht ersetzen muss, weil es kaputtgeht.
Das Gleiche gilt für die Kaffeemaschine. Eine Reinigung mit Essig statt teuren Tabletten kostet 20 Cent pro Durchgang statt 2 Euro. Macht bei monatlicher Reinigung 21 Euro Ersparnis im Jahr. Mein Kaffee schmeckt besser, und die Maschine läuft zuverlässig. Ich habe noch nie verstanden, warum Leute teure Pflegemittel kaufen, wenn das einfache Hausmittel genauso gut oder besser funktioniert. Die Hersteller verdienen halt an den Nachfüllpackungen, nicht an der Maschine selbst.
„Das Geld, das ich spare, ist nicht das Wichtigste. Wichtiger ist, dass ich meinen Haushalt wieder verstehe. Ich weiß, warum etwas funktioniert und warum nicht. Das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle, das ich vorher nicht hatte.“
Meine Top fünf Methoden, die am meisten bringen
Nicht jeder Tipp ist für jeden geeignet. Ich habe ausprobiert und aussortiert. Folgende fünf Dinge haben mir im ersten Monat die größte Ersparnis gebracht. Sie sind einfach, schnell umsetzbar und erfordern kein Extra-Zubehör.
- Gemüse in feuchte Tücher wickeln statt in Plastikbeutel. Das hält Karotten und Salat eine Woche länger frisch. Spart etwa 5 Euro pro Monat.
- Backofenreinigung mit Natronpaste statt Chemie. Ein Esslöffel Natron mit Wasser mischen, auftragen, einwirken lassen, abwischen. Kostet 10 Cent statt 4 Euro für den Reiniger.
- Kaffeefilter zweimal verwenden. Für die erste Tasse nehme ich den Filter, spüle ihn kurz aus und trockne ihn. Für die zweite Tasse nutze ich ihn nochmal. Das sind 3 Cent pro Filter, aufs Jahr etwa 11 Euro.
- Spülmaschinenreiniger aus Zitronensäure und Natron. Einfach einen Esslöffel Zitronensäure ins Fach geben und einen Esslöffel Natron auf den Boden streuen. Kostet 5 Cent, die gekauften Reinigungstabletten 2 Euro.
- Kühlschrank richtig einräumen. Milchprodukte gehören ins mittlere Fach, nicht in die Tür. Die Tür ist der wärmste Ort. Hält die Milch drei Tage länger. Spart etwa 3 Euro pro Monat.
Insgesamt habe ich mit diesen fünf Methoden im ersten Monat 28 Euro gespart. Der Rest von den 47 Euro kam durch kleinere Anpassungen, die sich nicht als Liste eignen, aber auch wichtig sind. Zum Beispiel benutze ich jetzt zum Abtropfen von Nudeln das Kochwasser, um meine Pflanzen zu gießen. Enthält Nährstoffe, und ich spare Wasser. Oder ich schneide Brot in dünnere Scheiben, damit ich weniger pro Mahlzeit esse und die Tüte länger hält. Das ist banal, aber effektiv.